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Die Tage werden kürzer, die Abende länger. Das ist aber noch lange kein Grund, sich permanent zu Hause einzuigeln. Klar hat der Fernsehabend mit Kuscheldecke und erwartbarem Programm seine Vorzüge – wie wäre es aber mal wieder mit einem abwechslungsreichen Konzert- oder Theaterbesuch?

Einen bunten Strauß an kulturellen und musikalischen Events bieten wie immer die Dachauer Kulturschranne (www.kulturschranne.com) und der Haimhauser Kulturkreis mit seiner Kulturkneipe (www.haimhauser-kulturkreis.de).

 

Hier ein kleiner Ausblick auf die Veranstaltungshöhepunkte:

 Prittlstock-Entertainment präsentiert am Freitag, 13. Oktober die Blues-Legende Abi Wallenstein & BluesCulture featuring Steve Baker & Martin Röttger in der Dachauer Kulturschranne. Spricht man in Hamburgs Musikszene vom Blues, fällt in der Regel ein Name zuerst: Abi Wallenstein.

Seit über 40 Jahren erobert er mit seinem Charisma die Herzen der Bluesfans und ist für viele bereits eine Art Volksheld oder sogar schlicht die Verkörperung des Blues selbst.

Einlass ab 19 Uhr. Konzertbeginn: 20 Uhr.

Karten gibt es bei www.Prittlstock-onlineshop.de, Prittlstock@gmx.de.

 

 Jaimi Faulkner hat in Dachau bereits einen guten Namen. Neben etlichen Solo-Konzerten überzeugte Jaimi bereits mehrmals mit seiner Band in der Schranne und auch auf der Hauptbühne beim „Jazz in allen Gassen“.

Jetzt kommt er endlich mit seinem neuen Album „Back Road“. Prittlstock-Entertainment präsentiert die Jaimi-Faulkner-Band am Freitag, 20. Oktober in der Dachauer Kulturschranne. Einlass ist um 19 Uhr, Konzertbeginn: 20 Uhr.

Nähere Infos und Karten gibt es bei Prittlstock (siehe oben) oder 0175/2027449. Bluesrock im Stile von Steve Ray Vaughan: Der argentinische Gitarrist und Sänger Demian Dominguez ist spätestens seit seiner vierten CD „Bull Blues“ ein fester Begriff in der weltweiten Bluesszene.

 

Die Experten zählen ihn schon lange zu den Top-200-Gitarristen, der mit seinem Können noch für weitere positive Schlagzeilen sorgen wird.

Prittlstock-Entertainment präsentiert den Bluesman am Samstag, 2. Dezember in der Dachauer Kulturschranne.  Einlass ist um 19 Uhr, Konzertbeginn: 20 Uhr.

Jetzt wird‘s bunt

 

Die Herbstveranstaltungen  im Dachauer Landkreis locken
jeden vom Sofa

Entdeckerpfade

Dachau

  

Die schönsten Plätze in Dachau und der Region

Die Mitglieder der Künstlergrupe „Wolke 8“.
Foto: Heine/Klaus-Uschold
Jaimi Faulkner kommt mit neuem Album.
Foto: Leon den Engelsen

Traktor-Raritäten gab es im Markt Indersdorfer Ortsteil an jenem zweiten Wochenende im September jede Menge zu bestaunen. Immerhin haben sich über 170 Aussteller angemeldet, die bei der 20. Geburtstagsfeier des Indersdorfer Bulldogvereins dabei sein wollten. Darüber hinaus hielt die Feier Vorstandsmitglieder und viele freiwillige Helfer, die alle Hände voll zu tun haben, auf Trab. Und das nicht erst seit jenem Feierwochenende. Die Vorbereitungen für das große Fest hatten schon viel früher begonnen. „Etwa vor einem Jahr“, sagt der 1. Vorsitzende Paul Hofmann. Programm gestalten, Einladungen verschicken, Preise für die Tombola organisieren und noch vieles mehr .... Hofmann steht dem 40 Mitglieder zählenden Verein, in dem man auch Mitglied werden kann, wenn man keinen Oldtimer-Bulldog besitzt, seit vier Jahren vor. Will man erahnen, wie groß das Interesse an alten Traktoren ist, lohnt der Blick auf eine Zahl, die Vereinsvorsitzender Hofmann nennt: 26.000 Likes auf Facebook. Stolz präsentiert Hofmann auch den Hauptpreis der diesjährigen Jubiläumslotterie, die der Verein erstmals in dieser Form auslobt. Einen Traktor der Marke Buhrer Spezial, Baujahr 1957, den die Bulldogfreunde in der Schweiz erworben haben. Motto: Ein Los kaufen, gewinnen, anmelden, aufsitzen und losfahren.

Seit einigen Jahren schon findet das Bulldogtreffen regelmäßig im Indersdorfer Ortsteil Ried statt. Das Lokal, der „Wirt z‘Riad“, ist nicht nur eine der ältesten Gaststätten im Landkreis, sondern auch das Vereinslokal der Bulldog-Freunde. Klar, dass der Indersdorfer Ortsteil auch heuer wieder das Ziel unzähliger Bulldogfreunde aus Nah und Fern war, von großen und kleinen, jungen und alten. Einer, der sich an diesem Wochenende vermutlich doppelt stark gefreut hat, ist Christian Klein aus Unterschleißheim. Er hat bei der Jubiläumslotterie nämlich den Traktor gewonnen bei einem Einsatz von  fünf Euro.

Die machen
„Kult, Kult, Kult ...!“

Sollte man den Künstler Hartmut Riederer mit nur einem Wort beschreiben, wäre dies eine schier unlösbare Aufgabe. Zugewandt, verschmitzt, klug, hintergründig, offen, nahbar, neugierig … Diese Attribute fallen einem ganz schnell ein. Aber da ist noch mehr. Viel mehr. Denn Hartmut Riederer ist unglaublich jung, obwohl er heuer seinen 75. Geburtstag feiert. Mit ihm zu reden ist ein Gewinn. Denn Riederer ist ein hochgebildeter Mensch, wie er nur selten anzutreffen ist. So kann man es verstehen, dass seine größte Sorge nicht seiner ersten großen Ausstellung im Landkreis Dachau gilt, sondern der Frage „wohin mit all meinen Büchern, wenn ich wirklich mal umziehen muss?“ Dazu später mehr.

Hartmut Riederer ist von Beruf Dichter, Schriftsteller, Maler, Schauspieler, Gelehrter, Philosoph und Lebenskünstler. Das ist gewissermaßen ein Kosmos der Leidenschaften und Fähigkeiten mit schier unglaublichen Verbindungen und Verschränkungen. So ist es nur konsequent, dass die erste große Werkschau Riederes im Landkreis zwar seine bildnerischen Arbeiten in den Mittelpunkt stellt, zugleich aber auch einen tiefen Einblick in sein schriftstellerisches Schaffen, seinen eigenen Kosmos, erlaubt. Demzufolge ist der Titel der Ausstellung „Kosmos“ im Museumsforum Altomünster gewissermaßen Programm, zumal auch der Autor und Vorleser Riederer zu Wort kommen wird.

Der 20. Geburtstag wurde gefeiert mit einem Oldtimer-Treffen aller Fahrzeugarten, historischen Ackervorführungen, Dreschen mit Dreschmaschine, Traktorrundfahrten, Traktorführerschein, Hüpfburg für Kinder und Hubschrauberrundflügen über Indersdorf. Und mit Musik. Das Fest bot aber auch den Vereinsmitgliedern die Gelegenheit, neben vielen anderen Schmuckstücken in konzentrierter Form die Schätze des Vereins der Öffentlichkeit zu präsentieren. So wie Josef Siedersberg (22), der im Verein als Beisitzer im Vorstand die Homepage betreut und natürlich mit seinem eigenen Traktor da war, einem Massey Ferguson. Wie kommt man an so einen Schatz? „Oft“, sagt Siedersberg, „ist es Zufall, oder man kriegt einen Tipp von einem, der was weiß oder jemand kennt, der was weiß.“ Wobei die Preise je nach Zustand zwischen 2000 und 5000 Euro schwanken. Natürlich gibt es auch richtig teure Teile. „Schlüter“, sagt er, „sind fast unbezahlbar.“ Traktoren werden aber auch in der Familie weitervererbt, so wie bei Helmut Wex (47), der seit zehn Jahren Mitglied bei den Bulldog-Freunden Indersdorf ist.

Er hat seinen 28-er Lanz von seinem Vater übernommen, der ihn 1956 neu gekauft und zum Milchfahren eingesetzt hat. Die Leidenschaft für alte Traktoren hat mittlerweile auch seinen Sohn erfasst, der stolz einen 16-er Lanz Traktor sein Eigen nennt.

Foto: Christof Hofbauer
Severin Groebner.
Foto: Stefan Stark

An die Freunde jazziger Klänge wendet sich Tango Transit mit ihrem „Jazz World Tango“. Die Frankfurter Gruppe tritt am Samstag, 14. Oktober, 20 Uhr in der Kulturkreiskneipe auf, Beginn ist um 20 Uhr. Über 400 Auftritte im In- und Ausland sprechen für sich. Die Kritik schwärmt, so lobt das Fachblatt Jazz Thing: „Das Trio musiziert auf höchstem Niveau. Jeder ist Solist – eine Entdeckung.“

 

Den „Abendgang des Unterlandes“ nimmt sich der österreichische Kabarettist Severin Groebner am Samstag, 28. Oktober, 20 Uhr in der Kulturkreiskneipe vor. Der Wiener ist ein Grenzgänger zwischen Humor und Musik, Pointen und Poesie, Kabarett und Kaspar Hauser, Genie und Wahnsinn sowie Deutschland und Österreich. 2013 erhielt er den österreichischen Kabarettpreis.

 

Gut zuhören heißt es bei „tonART“ am Samstag, 4. November. Das Trio „tonArt“ spielt eine liebevolle Mischung aus sehnsuchtsvollen und heiteren Klängen; sie ist virtuos und feinfühlig in eigenen Arrangements.

Ob rhythmisch feurige Tangos aus den Hafenkneipen von Buenos Aires, melancholische Klezmer-Melodien, Impressionen der Champs-Élysées, liebevoll entstaubte Filmmusik oder längst vergessene Melodien osteuropäischer Folklore-Tradition – musikalisch sind die drei Musiker in der ganzen Welt zu Hause.
Aber auch ihre bayerischen Wurzeln klingen heraus. Beginn: 20 Uhr.

Meister der Querverbindungen

 

Bis 5. November ist im Museum Altomünster die Werkschau des vielseitigen Künstlers Hartmut Riederer zu sehen

Hartmut Riederer.
Foto: Privat

Das Ergebnis ist faszinierend.Denn diese guten Geister werden tatsächlich erlebbar. Zu den Guten in der Welt der Mythologie gehört auch die Göttin Astarte. Riederer hat der mesopotamischen Himmelsherrscherin mit Pigmenten und Erde ein bleibendes Denkmal gesetzt, das auf einnehmende Weise Distanz und Nähe verbindet. Das lässt sich ebenfalls über das „Im Osten“ genannte Werk sagen. Es ist mit Acryl und Pigmenten auf Leinwand gemalt – und zeigt ein zeit- und geschlechtsloses Gesicht, das eine fast magische Anziehungskraft hat. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckt man das fast versteckte und dennoch übergroße Unendlichkeitszeichen. 

In dieser Ausstellung kann man Stunden verbringen, kann sich in den wunderbaren Texten verlieren und jedes Gemälde, jede Zeichnung gleich mehrfach ansehen. Doch es bleibt noch die Frage nach den vielen weiteren Berufen des Hartmut Riederer zu klären. Zudem muss noch das Bücherproblem – bekennende Bibliomanen können ein staubiges Lied davon singen – diskutiert werden. Weil er möglicherweise seine Münchner Wohnung verlassen muss, in der er seit mehr als 40 Jahren mit seiner Frau lebt und in der seine beiden Söhne groß geworden sind, graut ihm jetzt schon davor, sich von Teilen seiner geliebten Bibliothek trennen zu müssen. Das ist für Riederer unvorstellbar. Schließlich sind die Bücher ein wichtiger Teil seines Lebens. Ein anderer Teil ist der Schauspielerberuf.

 

Eine nur ein paar Zeilen lange Mini-Autobiografie gibt nicht wirklich Auskunft: „Ich wurde 1942 im Bayerischen Wald geboren, wo ich die ersten sieben Jahre meines Lebens blieb. Was hernach kam, ist unerheblich.“ Von wegen! Seit 1951, also seit 66 Jahren, lebt Riederer in München. Dort hat er auch Philosophie, Germanistik und Theologie studiert. „Ich habe lange studiert“, lautet sein Kommentar dazu. Über Freunde lernte er die Macher des Figurentheaters Puppet Players kennen. „Die dachten, weil ich Germanist war, könnte ich auch ein Stück für sie schreiben“, sagt Riederer. Die Puppet Players dachten richtig. 1980 entstand „Unter, Ober, König, Sau“, eine Geschichte Bayerns der anderen Art mit sage und schreibe 116 Puppen.

 

Für Riederer war es seinerzeit nur logisch, dass der Autor sich irgendwann auch als Schauspieler ausprobieren musste. Er lernte Akkordeonspielen und war bald als Solo-Darsteller ebenso gefragt wie als Mitwirkender in etlichen Filmen. Vor allem die eigenwilligen Stücke und Filme des Querdenkers Herbert Achternbusch hatten es ihm angetan. Filmsets und Theater wurden seine zweite Heimat – oder seine dritte?

Denn zwischendurch schrieb Riederer weitere Stücke, machte szenische Lesungen und entschloss sich 1993, mit der Malerei zu beginnen. Bald folgten Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, in der Tschechischen Republik und auf Gran Canaria. Und heute? Würde Riederer gerne mehr szenische Lesungen veranstalten. „Aber ich bin nicht mehr so gefragt, da sind jetzt die Jüngeren dran“, meint er philosophisch. Dabei ist er einer, der viel zu sagen hat: beispielsweise bei der schon erwähnten Lesung „Der Teufel in der Klosterkuchl“. Da lässt er die Geistesströmungen des Barock wiederauferstehen und denkt darüber nach, wie sehr diese Zeit bis ins 20. Jahrhundert hinein nachwirkte.

Nur ein paar Tage später, am Donnerstag, 2. November, ist Hartmut Riederer erneut zu erleben. Dann liest er um 19.30 Uhr im Museumsforum Altomünster aus Jean Pauls Roman „Siebenkäs“ die berühmte Passage „Die Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei“. Der heute etwas ins literarische Abseits geratene Jean Paul (1763-1825) gehörte seinerzeit zu den meistgelesenen Schriftstellern im deutschsprachigen Raum – und spaltete die Literaturwissenschaft in ergebene Fans und leidenschaftliche Kritiker. „Ich habe mit dem Tode geredet“ ist dieser nachdenklich stimmende Abend benannt und beleuchtet einen weiteren Aspekt des Riederer’schen Kosmos.          Dorothea Friedrich

 

 

 

 

 

 

 

Astarte, 1997, Erde und Pigmente.
Im Osten, 1997, Acryl und Pigment auf Leinwand.
Fotos: Privat
Ohne Titel, 2014, Erde und Pigmente auf Leinwand.
Fotos: Privat

Es gibt Veranstaltungen, die lässt sich Georg Liegsalz (80) aus Dachau nicht entgehen. Das hat auch etwas mit seinem Hobby zu tun: Liegsalz hat ein Gespür für Raritäten auf zwei oder vier Rädern. Stilgerecht ist der Rentner aus Dachau deshalb auch mit seinem orangefarbenen alten VW Käfer, der natürlich das H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge trägt, nach Ried gefahren. Den Käfer, sagt er, habe er zufällig gefunden und „ohne anzuschauen gekauft“. Eine Zahnarzthelferin habe ihn ihm angeboten. Der Käfer reiht sich ein in eine Sammlung, zu der ein alter Jaguar, ein BMW Motorrad aus dem Jahr 1945 und zwei Schlepper – ein Deutz Einzylinder aus dem Jahr 1952 und ein Einzylinder Schlüter Schlepper mit 16 PS – gehören. 

Das Bulldog-Fieber kann schon ganz schön früh zuschlagen ...
Bulldogfreund Georg Liegsalz (80) vor seinem historischen Käfer.
Stolz präsentieren der Vorstand des Bulldogvereins Indersdorf Paul Hofmann (li.) und sein Stellvertreter Karl-Heinz Tschumpl den Hauptgewinn der Jubiläumslotterie.

Angefangen mit dem Bulldogverein Indersdorf hat alles 1995 in einem Indersdorfer Café, das der heutige Ehrenpräsident des Vereins, Stefan Sedlmair (76) in der Ortsmitte betrieben hatte. Er hat eines Tages seine Stammtischbrüder mit der Nachricht überrascht, dass er sich einen Bulldog kaufen wolle. Und Sedlmair hat seiner Ankündigung konsequent die Tat folgen lassen: Für rund 4000 Mark hat sich Seldmair seinerzeit einen 16-er Eicher, Baujahr 1952, angeschafft. Den Traktor hat der heute 76-jährige aus gesundheitlichen Gründen mittlerweile einem Vereinsmitglied überlassen.

So günstig wie damals gehen die Traktoren mittlerweile freilich nicht mehr her, darüber sind sich die Indersdorfer Traktorfreunde einig. Heute müsse man als Minimum gut 5000 Euro auf den Tisch blättern. Es geht aber auch teurer. So lägen die Preise für einen Bulldog der Traditionsmarken Schlüter oder Lanz zwischen 15.000 und 20.000 Euro. Und so einer hängt in Ried am Haken eines Schwerlastkrans. Es ist natürlich ein Lanz. Preiskategorie 20.000 Euro. „Wenn du dir so einen kaufst“, sagt zweiter Vorstand des Vereins Karl-Heinz Tschumpl, „dann machst nix verkehrt.“ Dieses Geld sei besser angelegt als auf der Bank. „Und der Lanz, das ist hat der Kult-Bulldog.“

Bulldog-Liebhaber sind natürlich besonders auf schönes Wetter angewiesen. Aus diesem Grund steht alle Jahre am 22. Juni eine Wallfahrt auf dem Programm der Indersdorfer Bulldogfreunde. „Damit das Wetter schön wird.“ Und mit einem Augenzwinkern gestand Sedlmair schon einst im Gespräch mit der SZ, dass man sich natürlich nur solche Wallfahrtsziele aussucht, „wo auch ein Biergarten dabei ist“.

Da muss diesmal bei der Wallfahrt nach Maria Beinberg bei Aichach irgendwas schief gegangen sein. Denn das Wetter hat ausgerechnet am 20. Geburtstag doch zu wünschen übrig gelassen – aber einen echten Bulldogfreund kann so etwas überhaupt nicht erschüttern.         Rk

Rarität am
Haken: Dieser "Lanz" ist ein Vermögen wert.

Fotos:
Rudi Kanamüller

Der Indersdorfer Bulldogverein
feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen –  mit vielen Anhängern

„Hellwach in Träumen“ lautet der Titel einer Ausstellung von „Wolke 8“, die von Samstag, 11. November bis Sonntag, 10. Dezember in der Kulturkreiskneipe zu sehen ist.

Hinter dem klangvollen Namen verbergen sich die Künstlerinnen Andrea Türk, Stamatina Medrisch, Ingrid Klaus-Uschold, Ute Bergh-Johnson, Christine Nkrumah, Beate Heine und Astrid von Hardenberg.

In der Ankündigung heißt es über die Künstlerinnen: „Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, egal wie verschlungen ihre einzelnen Lebenswege auch sein mochten, fanden einen roten Faden in ihrem Leben, das heißt die Kreativität in sich selber, und leben diesen auch aktiv.“

 

   „Hänsel und Gretel“ – ein Märchen für Kinder ab drei Jahren führt das Haimhauser Märchentheater am Samstag, 18. November auf. Tatkräftig wird es dabei vom Kasperl unterstützt, der die Geschichte der beiden Geschwister erzählt. Beginn der ersten Vorstellung ist um 14.30 Uhr.

Die zweite Vorstellung startet um 16 Uhr. Einlass ist jeweils 30 Minuten vorher.

 

 Heiß wird es am Samstag, 25. November um 20 Uhr, wenn Banda Brasil authentische brasilianische Musik nach Haimhausen bringt. Das Herz dieser 2007 gegründeten Formation sind die brasilianische Sängerin aus Bahía Christiane Ruvenal und der aus Porto Alegre in Südbrasilien stammende Sänger und Gitarrist Silvio Fortes.

In speziell arrangierten Liedern der Música Popular Brasileira, meist zweistimmig gesungen, ihrer positiven „Sonne-Strand-Palmen“-Stimmung verbreitenden Ausstrahlung und ihrem angenehmen Timbre stellen sie ihre Liebe zu brasilianischer Musik unter Beweis.             Rudi Kanamüller

 

Am Freitag, 27. Oktober, liest er um 19.30 Uhr im Museumsforum „Der Teufel in der Klosterkuchl“. Er habe lange nachgedacht, ob er dieses Werk wählen könne, sagt Hartmut Riederer spitzbübisch lächelnd. Schließlich habe Altomünster ja eine jahrhundertealte Klostertradition – und der Titel sei nach der Schließung des Birgittenklosters doch etwas mehrdeutig. Das ist typisch Riederer, so typisch wie seine Arbeiten, die noch bis Sonntag, 5. November, im Rahmen von „Kosmos“ im Museumsforum zu sehen sind. Der Museumsverein Altomünster und die Kreisheimatpflegerin Birgitta Unger-Richter haben Riederers Werkschau initiiert.

 

Erdige Farben, oft mit Sand gemischt, charakterisieren seine bis ins Abstrakte gehenden Landschaften. Gut möglich, dass ihn dazu der Blick aus seinem Atelier inspiriert hat. Denn der in München lebende Riederer hat seit 2003 sein Atelier im ehemaligen Hofmarkschloss Hof bei Erdweg. Eine äußerst komfortable Situation, wie er sagt, wenn auch die Rahmenbedingungen nicht immer komfortabel seien. Dazu muss man wissen, dass das bereits im 11. Jahrhundert erwähnte Schloss heute eigentlich nur noch aus dem mächtigen Turm und einem Anbau besteht. Dieser wurde bis in die 1970er-Jahre als Schule genutzt. „Da ist es halt zugig und kalt im Winter, aber ich habe Platz“, sagt Riederer stoisch. Und er hat eine fabelhafte Aussicht auf das Dachauer Land, das zu Hochzeiten der Dachauer Freilichtmalerei im ausgehenden 19. Jahrhundert die Granden der Münchner Künstlerszene magisch anzog. Den Platz zur Entfaltung braucht Riederer sowieso, denn er liebt großformatige Gemälde. Manche, die seinen Kosmos widerspiegeln, könne er in der aktuellen Ausstellung gar nicht zeigen, weil „wir sie überhaupt nicht ins Gebäude gebracht hätten“, sagt er lachend. Doch auch so ist diese Ausstellung beeindruckend, zumal wenn Riederer selbst die Bilder erklärt. Das macht er nicht oberlehrerhaft, sondern folgt aufmerksam den Gedankengängen und –sprüngen des Betrachters. Vor einem Tryptychon abstrakter Bilder, die von einem strahlenden Gelb dominiert werden, entspinnt sich so ein Gespräch über Lutherjahr und Bibelinterpretationen. Der Auslöser: Licht III, das Riederer „Der Mantel Gottes“ genannt und dem er ein Zitat aus der Bibel-Übersetzung des Wittenberger Reformators zur Seite gestellt hat.

 

Bild – und Themenwechsel angesichts einer weiteren namenlosen Serie in kräftigen Rot-, Weiß-, Grün- und Schwarz-Changierungen: Riederers Materialien sind hier Pigmente und Erde. Das Gespräch dreht sich um „Schwarze Löcher“, um den Urknall und die Entstehung des Lebens, um Vergänglichkeit und die Zerstörung von natürlichen Ressourcen. „Das malt sich nicht so einfach“, sagt Riederer. Er beschäftige sich intensiv mit Astronomie, fährt er fort – und beginnt einen kenntnisreichen, spannenden Diskurs über Astrophysik. Von der hohen Wissenschaft führt der (Ausstellungs-)Weg zu den in einer Koje hängenden Fließbildern, die Riederer „Meine guten Geister“ genannt hat. So wie gute Geister nicht auf Zuruf erscheinen, sind auch diese Fließbilder nicht mit fester Zielvorgabe entstanden. Riederer hat gelbe Farbe auf einen schwarzen Malgrund aufgetragen und diesen dann in alle Richtungen gekippt. Hat die zerfließende und ineinander fließende Farbe in die Form gelenkt, die er sich vorgestellt hatte.