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„Und“ statt „oder“

 

Der Aufwärtstrend bei dualen Studiengängen ist weiterhin ungebrochen

 

Viele Länder blicken mit Hochachtung und nicht ganz ohne Neid auf das duale Ausbildungssystem hierzulande, das Theorie und Praxis gekonnt und bewährt miteinander verbindet. Diese Kombination findet sich auch beim dualen Studium wieder: es verknüpft praktisches Arbeiten in einem Unternehmen mit theoretischen Vorlesungen an einer Hochschule oder Berufsakademie. Diese Ausbildungsform befindet sich seit Jahren auf dem Vormarsch. Das belegt auch die aktuelle Auswertung der Datenbank „AusbildungPlus“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB): Erstmals sind bei AusbildungPlus mehr als 100.000 dual Studierende gemeldet. Auch bei den Studiengängen ist ein stetiger Zuwachs zu verzeichnen: Derzeit sind 1.592 Angebote von deutschen Hochschulen registriert. Zugleich bieten immer mehr Betriebe Ausbildungsplätze für ein duales Studium an.

 

Während im Jahr 2004 von den Unternehmen knapp 18.200 Angebote zur Verfügung standen, waren es zum jetzigen Stichtag rund 48.000 Kooperationsangebote. Die Zahl der Studierenden (2004: 40.982) und der kooperierenden Unternehmen haben sich somit in diesem Zeitraum jeweils mehr als verdoppelt. Die Zahl der dualen Studiengänge hat sich seit 2004 – damals waren es 512 – mehr als verdreifacht.

 

Nach wie vor gibt es in den Fachrichtungen des Ingenieurwesens mit 600 und Wirtschaftswissenschaften mit 540 Studiengängen die größte Zahl der angebotenen Studiengänge. Im Vergleich zum Gesamtangebot sind das 38 Prozent beziehungsweise 34 Prozent aller zur Auswahl stehenden dualen Studienangebote. Am stärksten nachgefragt sind die Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften mit 44.631 Studierenden, gefolgt von Ingenieurwesen mit 27.410 sowie Sozialwesen/Erziehung/Gesundheit und Pflege, in denen 10.661 Studierende erfasst sind. Zu beobachten ist eine weiter zunehmende Ausdifferenzierung bei den Studienangeboten. Ein hoher Zuwachs an Angeboten ist in den vergangenen Jahren in der Wirtschafts- und Gesellschaftslehre festzustellen, gefolgt von Angeboten der öffentlichen Verwaltungen und des Polizeidienstes. Der Bereich Sozialwesen, Gesundheit und Pflege bleibt in seiner Entwicklung mit 159 Angeboten konstant. Hier wächst aber die Zahl der Studierenden. Am häufigsten werden hier Studiengänge aus der Kategorie Pflegewissenschaften angeboten. Dabei dominieren die Kombinationen mit Ausbildungsberufen in der Altenpflege und in kaufmännischen Berufen.

 

„AusbildungPlus“ ist ein seit 2015 vom BIBB betriebenes Fachportal. „Herzstück“ ist eine Datenbank, die bundesweit über duale Studiengänge und Zusatzqualifikationen in der dualen Berufsausbildung informiert, also über Qualifizierungsangebote, die eine duale Ausbildung mit weiteren Bildungsangeboten verknüpfen. Interessierte Jugendliche können die Datenbank nach passenden Angeboten durchsuchen. Anbieter – zum Beispiel Betriebe, (Fach-)Hochschulen oder Berufsakademien – können ihre Ausbildungs- und Studienangebote kostenlos veröffentlichen. Weitere Infos unter www.ausbildungplus.de.

Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für ein duales Studium.
Foto: Fotolia

Gut ausgebildet, seltener ohne Job

 

Zahlen der Agentur für Arbeit belegen einen direkten Zusammenhang von Qualifikation und Beschäftigung

 

Eine schlechte Note, mangelndes Interesse an einem Fach – es gibt viele Faktoren, die schulischen Akut-Frust auslösen können. Raus aus der Penne, lieber heute als morgen, und erstmal durchs junge Leben jobben – vielleicht ist das für so manchen ein reizvoller Gedanke. Doch der Reiz ist schnell verflogen, wenn man sich vor Augen führt, dass ein Start ins Berufsleben ohne Abschluss oft zum Scheitern verurteilt ist. Eine Statistik, die die Bundesagentur für Arbeit (BA) heuer veröffentlicht hat, liefert auch regionale detaillierte Zahlen zu diesem Thema: Für 2015 und 2016 liegen Daten dazu vor, wie hoch das Arbeitslosigkeitsrisiko je nach Qualifikation ist – für Bundesländer, Kreise und Arbeitsagenturbezirke.

 

Demnach, so die BA, seien Menschen ohne Berufsabschluss fünfmal häufiger arbeitslos als ausgebildete Fachkräfte. Im Jahr 2016 war die Arbeitslosenquote von Personen ohne Berufsabschluss in Deutschland mit 20 Prozent fast fünfmal so groß wie für Personen mit einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung, deren Quote bei 4,2 Prozent lag. Die geringste Arbeitslosenquote weisen Akademiker auf, von denen nur 2,6 Prozent arbeitslos waren.

 

Beschäftigte ohne Berufsausbildung haben im Vergleich zu den anderen Qualifikationsgruppen ein deutlich höheres Risiko, ihre Beschäftigung zu verlieren. Außerdem sind ihre Chancen, die Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung zu beenden, geringer. Entsprechend höher ist das Risiko für diese Menschen, langzeitarbeitslos zu werden. Das hohe Arbeitslosigkeitsrisiko von Ungelernten führt außerdem dazu, dass sie die Hälfte der Arbeitslosen stellen, obwohl ihr Anteil an allen Erwerbspersonen aber nur 15 Prozent beträgt.

 

Betrachtet man die Regionen, zeigt sich folgendes: je höher die Arbeitslosenquote in einer Region insgesamt ist, desto deutlicher zeigen sich auch die qualifikationsspezifischen Unterschiede. In Regionen mit niedriger Arbeitslosenquote ist die Differenz bei der Arbeitslosigkeit von Menschen mit und ohne Ausbildung kleiner als in Regionen mit hoher Arbeitslosenquote. Außerdem ließe sich ein Ost-West-Gefälle feststellen: in ostdeutschen Kreisen sei der Abstand zwischen gut ausgebildeten Menschen und Ungelernten besonders hoch, wenn man den Vergleich zu einem Kreis mit ähnlicher Arbeitslosigkeit im Westen zieht, so die BA.